Monatsarchiv: Februar 2011

CFP: Sammelband Gast:Arbeit

Ein Projekt der Lektorate ÖAD und DAAD in Osijek/ Kroatien.

Die Arbeitsmigration ab Mitte des 20. Jahrhunderts hat tiefe Spuren in den Gesellschaften sowohl der so genannten Einwanderungsländer als auch Herkunftsländer hinterlassen. Während man sich in den wohlhabenden Industrienationen mit Integrationsproblemen ehemaliger Gastarbeiterfamilien in dritter Generation auseinandersetzt, zeigt sich die Situation in den Herkunftsländern anders: Sie leiden auch heute noch unter Abwanderung gut ausgebildeter, junger Arbeitskräfte, das traditionelle Sozialgefüge ist verzerrt, Familien arrangieren sich mit dem Leben in langfristiger Trennung; in vielen Ländern führt das Recht Ausgewanderter auf politische Partizipation sowohl im Herkunftsland als auch im Zielland zu Problemen. AuswandererInnen aber suchen bessere Möglichkeiten individueller Entfaltung. Für das ehemalige Jugoslawien gilt dies besonders hervorzuheben: als einziger sozialistischer Staat bot er seinen BürgerInnen Reisefreiheit. Die Möglichkeit, im westlichen Ausland zu arbeiten und einzukaufen machte das Leben unter den restlichen Einschränkungen zumindest erträglicher. Es wird behauptet, dass sich nicht zuletzt deshalb in den 80er Jahren keine nennenswerte Opposition im Untergrund organisierte, wie dies z.B. in Polen, der Tschechoslowakei oder Ungarn der Fall war.

Seit den 80er Jahren wurde das Thema im Westen auf breiter Ebene reflektiert und diskutiert. In den Herkunftsländern der so genannten Gastarbeiter fand ein solcher Prozess nur rudimentär statt. Die geplante Publikation soll für WissenschaftlerInnen aus den Bereichen Soziologie, Politologie, Ethnologie, Geschichte, Philosophie, Kulturwissenschaften, Germanistik und Slawistik neue Anreize bieten, das Thema für den Raum Ex-Jugoslawien fundiert zu erforschen und eine breitere Diskussion anzustoßen. Mögliche Beiträge setzen sich mit folgenden Fragestellungen auseinander:

Welche sozialen und politischen Auswirkungen hat Re/Migration auf die Bevölkerung?

 Welche Spuren hinterlässt Re/Migration in Kunst, Kultur, Literatur und Film?

Welche Formen von Hybridität und Transkulturalität sind entstanden, sind im Entstehen?

 Welche Auswirkungen hat Re/Migration auf die Genderthematik?

 Wo befinden sich die Zentren der kulturellen Entwicklung bzw. wo und wie entstehen „kulturelle Inseln“?

 Inwiefern spiegeln sich identitätsstiftende Entwicklungen, die im Ursprungsland stattfinden, in den neuen Heimatländern wider?

Welchen langfristigen Einfluss auf die politischen Verhältnisse lassen sich feststellen?

 Wie gehen die Betreffenden mit dem Problem der Zugehörigkeit um? Die Beiträge sollen in deutscher Sprache verfasst werden. Einsendungen in anderen Sprachen müssen im Abstract angekündigt werden.

 

Sprache: Deutsch

Anzahl der Beiträge: ca. 20. Bei zu hoher Einsendezahl entscheidet die Qualität über die Veröffentlichung

Einsendeschluss für Abstract: 20. April 2011

Über das weitere Vorgehen werden die InteressentInnen so bald als möglich informiert.

Dieses Projekt wird gefördert von: Kulturforum Zagreb, DAAD und ÖAD.


Kontakt:

Angelika Welebil: angelikawelebil@gmx.at

Joern Nuber: joern.nuber@gmail.com

 

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