Kategorie-Archiv: Tipps

neuer „Reiseführer“ über Osijek

Die Buchreihe LITTLE GLOBAL CITIES stellt 12 Städte vor, die vielsprachig und multinational, an neuen Grenzen gelegen und mit einer wechselvollen Gegenwart zu den spannendsten Orten im östlichen Europa gehören. Zu jeder Stadt entsteht in Zusammenarbeit mit Literaten und Künstlern ein Stadtbuch, eine Internetseite macht die Orte auch virtuell erlebbar. Initiator und Herausgeber ist inter:est. (www.inter-est.de)

Mittlerweile sind die Bücher über Novi Sad, Szeged, Osijek und Temeswar käuflich erhältlich! Folgende Städte werden folgen: Sarajevo (Bosnien und Herzegowina), Skopje (Mazedonien), Shkodra (Albanien), Ioannina (Griechenland), Chis ̧ina ̆u (Republik Moldau), Uschhorod (Ukraine), Košice (Slowakei) und Graz (Österreich).

Bei jedem Band arbeiten KünstlerInnen, SchriftstellerInnen, FotografInnen aus unterschiedlichen Ländern aber auch BewohnerInnen der jeweiligen Städte mit um ihre Stadt einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen. Jedes Buch wird dreisprachig gedruckt: in Deutsch, Englisch und in der jeweiligen Landessprache.

Mehr Informationen über das Buch und wo man es käuflich erwerben kann, findet man hier:

http://www.inter-est.de/aktuell.html

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Spannende Bücher in der Österreichbibliothek

An dieser Stelle sollen immer wieder neue/alte, spannende/unspannende Bücher, Lehrmaterialien oder anderes aus der Österreichbibliothek von Studierenden der Germanistik vorgestellt werden.

Julya Rabinovich, eine junge österreich-russische Autorin, wird hier von Anemarija Ručević präsentiert.

Übrigens wurden einige ihrer Texte in http://www.zentrumexil.at/ publiziert. Sie hat momentan ihre eigene Rubrik in der Sonntagsausgabe des Printstandard, der jede Woche aus Österreich an die Österreichbibliothek Osijek geliefert wird!

Julya Rabinowich- die neue (erfrischende)Stimme Österreichs

Österreich hat eine neue Stimme: die 1970 in St. Petersburg geborene Schriftstellerin und Malerin Julya Rabinowich. Die heute 42-jährige kam im Alter von  7 Jahren mit ihren Eltern nach Wien: „Mir hat es hier von Anfang an sehr gut gefallen. Im Endeffekt habe ich nie um Russland getrauert.“

In Österreich angekommen, war das größte Problem die deutsche Sprache: sie wurde direkt in die 2. Klasse gesteckt, obwohl sie kaum Deutsch konnte- „ein Sprung ins kalte Wasser“. Sie beschloß „perfekt Deutsch zu lernen, weil ich bemerkt habe, dass ich zusammen mit den Türken und Jugoslawen das apsolute Schlusslicht in der Rangordnung innerhalb der Klasse eingenommen habe.“ Sie wurde ehrgeizig und ihr erster kleiner Erfolg blieb nicht aus: sie schafte es, im Gegensatz zu einigen österreichischen Kindern, auf das Gymnasium und wurde in der 3. Mittelschule die beste Schülerin im Fach Deutsch.

Julyas Eltern waren malende Künstler- der Vater hat nie Deutsch gelernt und konnte sich auch nicht assimilieren, er war in Wien nicht glücklich und litt unter großem Heimweh im Gegensatz zu ihrer Mutter, die sich dank ihrer Deutschkenntnisse schnell eingelebt hat, einen Job fand und somit ein sicheres Einkommen hatte. Auch Julyas Oma (60), die mit nach Österreich kam, integrierte sich sehr leicht, da auch sie Deutsch, Französisch und ein bisschen Italienisch sprach.

Julyas Anfänge des literarischen Schaffens begannen bereits mit 11 Jahren, als sie ihre ersten Märchen schrieb, aber auch mit dem Geschenk einer Hofschreibmaschine, auf der sie 10-15 Kurzgeschichten schrieb und etwa 15 Romane mit über 300 Seiten. Ihr wohlbehütetes Leben schien eigentlich fehlerfrei zu laufen- bis zu dem Moment als ihr Vater unerwartet starb. Für Julya ein Schock, den sie schwer verkraftet hat- es kam zu einer Schreib- und Malblockade. Sie fühlte sich verantwortlich für den Tod ihres Vaters, weil sie sich entschlossen hat, ein komplett anderes Leben zu führen, aus ihrem wohlbehüteten Leben auszubrechen- sie schmiss die Schule, suchte sich Jobs, rebellierte, indem sie noch extremer wurde: sie probierte alles aus (das Schlechte und Verbotene), war Punk, Hippie und Gruftie- sie wechselte von einer Gesellschaft in die nächste, lebte sich darin schnell ein, was man wahrscheinlich auf ihre Emigration zurückführen kann und verlor dabei den Kontakt zur Mutter, der sich erst mit ihrer Schwangerschaft wieder herstellte, in der man bei ihr einen, während der Schwangerschaft inoperabelen, Herzfehler feststellte. Nach der Geburt ihrer Tochter, bei der sie viel Glück hatte, konnte man sie operieren, und die damals 25-jährige sah vom Aussehen und den erlebten Erfahrungen bereits wie 40 oder 50 aus.

Von da an begann ein neuer Lebensabschnitt. Julya entschied sich, über ihre Zeit in Wien zu schreiben, über die verschiedenen Zyklen, in denen sie Höhen und Tiefen erlebte und in der sich auch genug Material ansammelte.

Die heute allein lebende Schriftstellerin schreibt über die Beziehungen der Menschen zueinander: „Menschsein in einer Welt, in der nicht alles sofort klar ist. (…) Ich zoome in eine chaotische Menge von Details hinein, weil das meiner Lebenserfahrung am ehesten entspricht.“

Julya Rabinowich schreibt in ihren Werken über Themen, die uns weitgehend über die Medien oberflächlich bekannt sind: Integration in die Gesellschaft, Emigration, Entwurzelung und Orientierung in der Fremde, Identitätskrisen und Außenseiter, die sich versuchen, an das System anzupassen, Traditionen (Traditionsbrüche) und Werte, Erfahrungen von Immigration. Die Schriftstellerin zeigt diese Themen an einzelnen Schicksalen von Menschen, die in der normalen Welt, der heutigen Realität in der Masse untergehen würden und das auf eine Weise, die intensiv, poetisch, beeindruckend ist und unter die Haut geht.

 

Tagfinsternis (2007)

„Tagfinsternis“ ist ein 2007 entstandenes Drama, das die Geschichte einer fünfköpfigen Flüchtlingsfamilie erzählt, deren Alltag geprägt ist von innerfamiliären Streitereien, aber auch dem Versuch zwischen Anpassung und Traditionsbewahrung in einem Land, in dem sie keine finanzielle Sicherheit und Rückhalt haben. Trotzdem geben sie die Hoffnung nicht auf und träumen von einem Leben in den eigenen vier Wänden.

Die Eltern, Eli und Petimat, leben mit ihren beiden Kindern, Madina (15) und Abubakar (12), und der Schwester der Mutter, Zargan, in einer Flüchtlingspension und warten dort auf einen positiven Asylbescheid, der ihnen eine Zukunft in Österreich garantieren würde.

Die Ereignisse und Erlebnisse des Krieges hinterließen Folgen bei den Flüchtlingen und jeder in der Familie hat sein Schicksal: Eli hat als Krankenpfleger Widerstandskämpfer verarztet und gilt seitdem als Staatsfeind. Sein Bruder wurde in der Heimat als Geisel genommen und um ihn zu befreien, müsste sich Eli in der Heimat stellen. Zargan will den Tod ihres Mannes rächen und fühlt sich in der Familie unerwünscht, obwohl sie durch die Flucht nach Österreich gerettet wurde. Madina ist unentschlossen zwischen dem Wunsch nach Anpassung und traditionellem Gehorsam. Abubakar soll ein besseres Leben haben, weit weg von Blutrache und Kriegspflichterfüllung und Petimat wünscht sich einfach ein besseres Leben in Österreich.

Eli will der Ehre wegen seinen Bruder befreien und gerade in diesem Moment kommt der positive Asylbescheid. Petimat will ihren Mann vor dem sicheren Tod retten, denn die Chance, seinen Bruder zu retten, bedeutet gleichzeitig, seine Familie hier zu opfern. Eli kann sich den Gesetzen der Tradition nicht widersetzen und so beschließt er, seinen Bruder zu retten.

In diesem Drama stellt sich die Frage nach der eigenen Identität, nach Traditionen und deren Bedeutung für jeden Einzelnen je nach Herkunftsland. Julya Rabinowich fragt sich, was man davon hat, wenn man die eigenen Werte verleugnet und wie man dadurch Freiheit und ein besseres Leben erlangen kann. Es ist ein Drama, das von Erfahrungen der Immigration erzählt, aber auch ein uns oberflächlich bekanntes Thema behandelt, dem Warten auf Asylbescheide, das die Autorin auf eine sehr gelungene, fast poetische Weise beschreibt.

 

Spaltkopf (2008)

Rabinowichs Debütroman beschreibt zum einen die Entwurzelung einer Familie, wie auch deren Orientierung in der Fremde, zum anderen das Erwachsenwerden und die Identitätskrise einer Außenseiterin, die, wenn man Rabinowichs Biographie kennt, ebenso auch ihre Geschichte sein könnte.

Es handelt sich um die Geschichte einer jüdischen Familie, die in den 70er Jahren von Russland nach Australien emigrieren möchte, sich aber in Wien niederlässt. Die Ich- Erzählerin ist Mischka, die Tochter einer russisch- jüdischen Familie aus Leningrad, deren Eltern malende Künstler und kritische Intellektuelle sind. Die erste Station auf ihrer Emigrationsreise ist Wien, in der Mischka auf Wunsch der Eltern zahlreiche Kunstmuseen besucht und Dostojewski lesen muss, um ihre russischen Wurzeln nicht zu vergessen.

Da ihr Vater Lev Kontakte knüpft und auch seine erste Ausstellung ebenso erfolgreich organisiert, bleibt die Familie in Wien und Mischka in der Schule die Außenseiterin. Mischka wird langsam erwachsen, kommt in die Pubertät und wird in ihren Freiheiten eingeschränkt- das ist auch der Grund für ihren Revolte: sie provoziert mit ihrer Kleidung und kahl rasiertem Schädel, treibt sich herum, schläft in U- Bahnen.

Nach der Geburt ihrer behinderten Schwester Magdalena, beginnt auch die Ehe ihrer Eltern zu kriseln, der Vater reist nach St. Petersburg, wo er stirbt und begraben wird. Mischka verliert jeden Halt, ihr wird der Boden unter den Füßen weggerissen, sie gerät in eine Identitätskrise und entschließt sich nach Berlin zu gehen, wo sie in einer WG mit Studenten, Kriminellen, Feministinnen, Alkoholikern u.a. lebt.

Mischka ist auf der Suche nach sich selbst, auf der Suche nach dem „Wer bin ich? Was will ich?“, erschrickt jedoch vor sich selbst. Auch die geschlossene Ehe mit Franz ist keine Lösung, bringt ihr keine Geborgenheit und Liebe – die Beziehung hält nicht lange, sie werden geschieden. Wahnhaft identifiziert sie sich mit der mythischen Gestalt der bösen Hexe Baba Yaga. Sie tötet ihr ungeborenes Kind, will auch Franz töten, den sie zum 2. Mal heiratet.

Sie bleibt die Heimatlose und Außenseiterin, auch als sie wieder in ihre Geburtsstadt St. Petersburg reist. „Spaltkopf“ (eine Schauerfigur für Kinder, ähnlich wie „der scharze Mann“) ist eine bittere, zynische und sarkastische Geschichte des Erwachsenwerdens; ein junges Mädchen wird ungewollt entwurzelt und umgetopft. Ein Mädchen, voller Ablehnung gegen andere, die kein Glück im Westen findet.

„Spaltkopf“ ist ein sehr anspruchsvoller Roman, der die volle Aufmerksamkeit des Lesers fordert; ein Roman, der den Leser in den Bann zieht, der beeindruckend, intensiv und zugleich verblüffend ist. Das zeigt auch die Auszeichnung mit dem Rauriser Literaturpreis für die beste deutschsprachige Prosa-Erstveröffentlichung. Hiermit hat sich Julya Rabinowich nicht nur in Österreich, sondern auch in der österreichischen Literatur einen festen Platz gesichert.

 

Fotowettbewerb zum Jahr der deutschen Sprache

Nähere Informationen unter: www.ziherje.com

Erstveröffentlichung

Gast:arbeit. Gehen – Bleiben – Zurückkehren. 

Positionen zur Arbeitsmigration im Raum ex-Jugoslawien

Die Arbeitsmigration ab Mitte des 20. Jahrhunderts hat tiefe Spuren in den Gesellschaften sowohl der so genannten Einwanderungsländer als auch Herkunftsländer hinterlassen. Während man sich in den wohlhabenden Industrienationen mit Integrationsproblemen ehemaliger Gastarbeiterfamilien in dritter Generation auseinandersetzt, zeigt sich die Situation in den Herkunftsländern anders: Sie leiden auch heute noch unter Abwanderung gut ausgebildeter junger Arbeitskräfte, das traditionelle Sozialgefüge ist verzerrt, Familien arrangieren sich mit dem Leben in langfristiger Trennung. AuswandererInnen aber suchen erhöhten Wohlstand und bessere Möglichkeiten individueller Entfaltung. Für das ehemalige Jugoslawien gilt dies besonders hervorzuheben: als einziger sozialistischer Staat bot er seinen BürgerInnen Reisefreiheit. Die Möglichkeit, im westlichen Ausland zu arbeiten und einzukaufen machte das Leben unter den restlichen Einschränkungen zumindest erträglicher. Es wird behauptet, dass sich nicht zuletzt deshalb in den 1980er Jahren keine nennenswerte Opposition im Untergrund organisierte, wie dies z.B. in Polen, der Tschechoslowakei oder Ungarn der Fall war.
Seit den 1980er Jahren wurde das Thema im Westen auf breiter Ebene reflektiert und diskutiert. Nun soll der Fokus auch auf eine erweiterte Reflexion aus der Perspektive der Betroffenen gerichtet werden. Die Publikation mit Beiträgen von WissenschaftlerInnen aus den Bereichen Soziologie, Politologie, Ethnologie, Geschichte, Kulturwissenschaften und Germanistik soll neue Anreize bieten, das Thema für den Raum Ex-Jugoslawien zu erforschen und eine breitere Diskussion anzustoßen.

Gast:arbeit | Gehen – Bleiben – Zurückkehren
Positionen zur Arbeitsmigration im Raum Ex-Jugoslawien
Im Prisma | Band 3
Jörn Nuber | Angelika Welebil (Hg.) 

Erstveröffentlichung 03 2012 | 356 Seiten | Einband Softcover
ISBN 978–3–902864–00–0 | Preis EUR 20,00 [Reihe | Im Prisma]

Verlag Edition Art Science

KuKuFe 2011

„,…und bringt ordentlich Hunger mit. Bis gleich! Jana legte auf und wandte sich wieder der Pfanne zu. Der Unterarm war jetzt fast gar.“ 

So ähnlich oder ganz anders könnte Deine Tiny-Tale aussehen. 

„Anja starrte den Fremden an. Der Mann kam ihr nicht im Entferntesten bekannt vor. „Schön dich kennenzulernen!“, grinste ihr Spiegelbild.“

Florian Meimbergs ist sozusagen der Erfinder der Tiny Tales und schreibt regelmäßig Geschichte aus 140 Zeichen- der Länge einer Twitternachricht also- auf Twitter: Mehr Infos: http://goo.gl/UTXti (Die Beispiele aus diesem Text stammen übrigens alle von Florian Meimberg.)

Grinsend musterte Stefan den Androiden. Das Maschinenwesen glich ihm aufs Haar. Er sah zur Uhr. 2 Minuten bis „Schlag den Raab“.

Mach mit und reiche Deinen Beitrag bis 4.12.2011 ein. 

„Die Übelkeit. Der Heißhunger. Die ausbleibende Periode. Es gab keinen Zweifel. Maria räusperte sich: „Josef? Wir müssen reden.“

Jeder Textbeitrag: nicht mehr als 140 Zeichen – eine Twitternachricht
Jeder Multimediabeitrag: max. 140 Sekunden
Das Publikum entscheidet über den Sieger
Mehr Infos: KuKuFe@gmail.com
Folge dem Fest auf Twitter: @KuKuFe 

„Der Times Square brodelte. 976.341 Menschen verabschiedeten euphorisch brüllend das Jahr. „3…2…1…“ Diesmal kamen die Raketen von oben.“


DEUTSCHSPRACHIGES PREISAUSSCHREIBEN

Österreich in Osijek, Kroatien in Wien…Kroatien und Österreich sind seit jeher miteinander verbunden, sei es in historischer Sicht, geographisch, kulturell, freundschaftlich oder wirtschaftlich. Gerade in Osijek findet man viele Zeichen, die an die Verbindung zwischen Österreich und Kroatien erinnern.

Historische Gebäude und Namen von Persönlichkeiten erinnern in Osijek an Österreich. So erinnern Namen von berühmten Persönlichkeiten an die gemeinsame Geschichte, Schriftsteller und Autorinnen an die gemeinsame Kultur. Man denke nur an Roda Roda oder die weniger bekannten, aber vielleicht ähnlich relevanten Autorinnen Vilma von Vukelic und Ilka Ungar, deren Gedichte vor Kurzem von Herrn Professor Vlado Obad wiederentdeckt und neu aufgelegt worden sind.

                            

Wenn man als ÖsterreicherIn auf dem Markt geht, hat man kaum sprachliche Probleme, denn man kann dort karfiol, marilica und paradaiz kaufen, wie in Österreich. Wenn man dann durstig  in einem nahegelegenem Café einen gespritzt bestellt und dazu eine cušpajz bestellt, wird man auch ohne Probleme verstanden.

Abgesehen von den vielen, im Straßenbild sichtbaren wirtschaftlichen Verbindungen (Banken, Geschäfte…), gibt es auch nicht so leicht Verbindungen: Menschen, die lange Zeit – sei es aus wirtschaftlichen oder politischen Gründen – in Österreich gelebt haben und nach Hause zurückgekehrt sind. Auch sie haben eine Verbindung zwischen den beiden Ländern geschaffen.

Ganz abgesehen von den Flüssen Drau und Donau, die Slawonien mit Österreich seit jeher miteinander verbinden…

Welche Verbindung zwischen Osijek und Österreich ist für DICH wichtig?

Mache ein Foto und beschreibe Deine Erfahrung, Deine Erinnerung oder Deine Anektdote in 250 Wörtern.

Schicke sie ein und gewinne einen Überraschungspreis.

Alles Details dazu findest du hier:

deutsch: Preisausschreiben

hrvatski: NAGRADNI NATJEČAJ

Mit freundlicher Unterstützung des Kulturforums Zagreb, der Österreich Bibliotheken und des OEAD. Vielen Dank an Sanja Cimer. Sie hat den Ausschreibungstext ins Kroatische übersetzt.

CFP: Sammelband Gast:Arbeit

Ein Projekt der Lektorate ÖAD und DAAD in Osijek/ Kroatien.

Die Arbeitsmigration ab Mitte des 20. Jahrhunderts hat tiefe Spuren in den Gesellschaften sowohl der so genannten Einwanderungsländer als auch Herkunftsländer hinterlassen. Während man sich in den wohlhabenden Industrienationen mit Integrationsproblemen ehemaliger Gastarbeiterfamilien in dritter Generation auseinandersetzt, zeigt sich die Situation in den Herkunftsländern anders: Sie leiden auch heute noch unter Abwanderung gut ausgebildeter, junger Arbeitskräfte, das traditionelle Sozialgefüge ist verzerrt, Familien arrangieren sich mit dem Leben in langfristiger Trennung; in vielen Ländern führt das Recht Ausgewanderter auf politische Partizipation sowohl im Herkunftsland als auch im Zielland zu Problemen. AuswandererInnen aber suchen bessere Möglichkeiten individueller Entfaltung. Für das ehemalige Jugoslawien gilt dies besonders hervorzuheben: als einziger sozialistischer Staat bot er seinen BürgerInnen Reisefreiheit. Die Möglichkeit, im westlichen Ausland zu arbeiten und einzukaufen machte das Leben unter den restlichen Einschränkungen zumindest erträglicher. Es wird behauptet, dass sich nicht zuletzt deshalb in den 80er Jahren keine nennenswerte Opposition im Untergrund organisierte, wie dies z.B. in Polen, der Tschechoslowakei oder Ungarn der Fall war.

Seit den 80er Jahren wurde das Thema im Westen auf breiter Ebene reflektiert und diskutiert. In den Herkunftsländern der so genannten Gastarbeiter fand ein solcher Prozess nur rudimentär statt. Die geplante Publikation soll für WissenschaftlerInnen aus den Bereichen Soziologie, Politologie, Ethnologie, Geschichte, Philosophie, Kulturwissenschaften, Germanistik und Slawistik neue Anreize bieten, das Thema für den Raum Ex-Jugoslawien fundiert zu erforschen und eine breitere Diskussion anzustoßen. Mögliche Beiträge setzen sich mit folgenden Fragestellungen auseinander:

Welche sozialen und politischen Auswirkungen hat Re/Migration auf die Bevölkerung?

 Welche Spuren hinterlässt Re/Migration in Kunst, Kultur, Literatur und Film?

Welche Formen von Hybridität und Transkulturalität sind entstanden, sind im Entstehen?

 Welche Auswirkungen hat Re/Migration auf die Genderthematik?

 Wo befinden sich die Zentren der kulturellen Entwicklung bzw. wo und wie entstehen „kulturelle Inseln“?

 Inwiefern spiegeln sich identitätsstiftende Entwicklungen, die im Ursprungsland stattfinden, in den neuen Heimatländern wider?

Welchen langfristigen Einfluss auf die politischen Verhältnisse lassen sich feststellen?

 Wie gehen die Betreffenden mit dem Problem der Zugehörigkeit um? Die Beiträge sollen in deutscher Sprache verfasst werden. Einsendungen in anderen Sprachen müssen im Abstract angekündigt werden.

 

Sprache: Deutsch

Anzahl der Beiträge: ca. 20. Bei zu hoher Einsendezahl entscheidet die Qualität über die Veröffentlichung

Einsendeschluss für Abstract: 20. April 2011

Über das weitere Vorgehen werden die InteressentInnen so bald als möglich informiert.

Dieses Projekt wird gefördert von: Kulturforum Zagreb, DAAD und ÖAD.


Kontakt:

Angelika Welebil: angelikawelebil@gmx.at

Joern Nuber: joern.nuber@gmail.com

 

für literarische Naschkatzen

 

 

 

Die Literaturzeitschrift, keine!delikatessen Bühne für Schriftbilder, kann nun auch in der Österreichbibliothek Osijek gekostet, degustiert und genossen werden.

Zu kosten sind lyrische sowie prosaische Texte junger SchriftstellerInnen, Rezensionen, Essays und wissenschaftliche Beiträge zu Literatur sowie Fotografien und Grafiken, die der Zeitschrift eine besondere geschmackvolle Note verleihen und den Appetit nach mehr keinedelikatessen anregen .

 

 

„…da Texte allzu oft in der Stille bleiben…“ www.keinedelikatessen.at

 

Osijek – Varaždin – Zagreb. Ein fotografischer Blick von Außen

Der Fotograf Andreas Zeitler war im März 2010 im Rahmen der Tage „Kultur der Begegnung“ mit seiner Fotoserie „Menschenbilder“ in Osijek und hat diese im Café Trica ausgestellt. Im Sommer besuchte der Künstler auf Einladung des Kulturforums Zagreb noch einmal.

Er sollte seine  Eindrücke des Landes fotografisch festhalten. Seine Reise führte ihn nach Zagreb, Varaždin und – natürlich – Osijek. Und aus der geplanten Fotoserie ist ein Blog entstanden, in dem er seine Eindrücke und Erlebnisse beschreibt. 

Mit dem Blick eines Besuchers, also einem Blick von Außen, schreibt Andreas über seine Begegnungen, Erfahrungen und Abenteuer in Kroatien.

Der Blick von Außen ermöglicht, das Land und die Leute unvoreingenommen und ohne Vorurteile zu erleben und – im

Fall eines Fotografen – zu dokumentieren. Kritisch und Fragen aufwerfend macht Andreas eine kleine Liebeserklärung an Kroatien in Wort und Bild.

Andreas` Fotos sind auf seinem Blog http://andreaszeitler.net/


Osijek – Varaždin – Zagreb. Fotografski pogled izvana

Fotograf Andreas Zeitler posjetio je u ožujku 2010. Osijek, te se u okviru kulturnog događanja „Kultura susreta“ („Kultur der Begegnung“) predstavio osječkoj publici izložbom slika „Slike ljudi“ („Menschenbilder“), koju je postavio u kafiću Trica. Na poziv Austrijskog kulturnog foruma Zagreb, umjetnik je u ljetu iste godine ponovno posjetio Hrvatsku.

Andreas je svoje doživljaje Hrvatske zabilježio fotografski. Njegovo putovanje odvelo ga je u Zagreb, Varaždin, i naravno, Osijek. Početno planirana foto serija izrasla je u internet blog, na kojem Andreas govori o svojim dojmovima i doživljajima s putovanja.

Pogledom posjetitelja, pogledom jednog stranca, Andreas piše o svojim susretima, iskustvima i pustolovinama u Hrvatskoj. Pogled izvana omogućuje čovjeku da zemlju i ljude doživi nepristrano i bez predrasuda, a fotografu, da ih takve i zabilježi. Andreas svoju ljubav prema Hrvatskoj izjavljuje indirektno, kritički ju propitkujući rječju i slikom.

Andreasove slike dostupne su na njegovom blogu: http://andreaszeitler.net/

Prijevod: Andrija Kiseljak; Lectorica: Ivana Jozić